Dieser Stau in London ist etwas Besonderes: Fast 600 Oldtimer, davon kein Auto jünger als 96 Jahre, zuckelten am Sonntagmorgen am Big Ben vorbei über die Themse. Das passiert jedes Jahr im November. Dann nämlich startet im Hyde Park das älteste Oldtimerrennen der Welt - der London-Brighton Veteran-Run.
Mit der Fahrt feiert der Royal Automobile Club den Siegeszug des Autos über das Pferdefuhrwerk - und zwar seit 113 Jahren. Damals, am 14. November 1896, brachen ein paar unverzagte Automobilisten aus der Hauptstadt auf ins Seebad an der Südküste, um die neue Freiheit zu genießen. Schließlich war nur wenige Tage zuvor das Gesetz gefallen, nach dem jedes Auto von einem Fußgänger mit roter Warnflagge begleitet werden musste. Außerdem wurde das Tempolimit von Schrittgeschwindigkeit auf 16 Meilen pro Stunde (etwa 22 km/h) angehoben. Seit diesem Tag gehen jedes Jahr am ersten Novemberwochenende mehr als 500 Fahrzeuge auf die knapp 100 Kilometer lange Strecke.

2009 nahm auch der Chef der Autoklinik und Museumsbesitzer Erich Müller mit einem Oldtimer aus dem Jahre 1902 teil.

Ich durfte ihn auf seinem Trip nach London begleiten. Durch meine Mitliedschaft bei UNCAV (United Nations Correspondents Association Vienna) bekam ich die Möglichkeit einer Accreditierung.

Sogar ein Auto mit Fahrer - der noch dazu Deutsch sprach - hatte man mir zur Verfügung gestellt. So war es mir möglich Erich auf seiner Fahrt von London nach Brighton zu begleiten.