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Doskozil-Rückzug ins Burgenland

Hans Peter Doskozil kehrt dem SPÖ-Präsidium den Rücken. Per vier Seiten langen Brief meldete er bei Noch-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner den Rückzug an. Darin beschreibt er, wo er glaubt, dass die Fehler der Sozialdemokratie liegen. Er bleibt im Burgenland.
Der Brief landete am Montag bei SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner auf dem Schreibtisch. Absender: Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Darin kündigt er seinen Rückzug aus der Bundes-SP an. Er werde sich auf das Burgenland konzentrieren. Zum Abschied schickt er Ratschläge an Rendi-Wagner.

Doskozil bleibt im Burgenland
Immer wieder stellte sich Hans Peter Doskozil in Richtungsfragen öffentlich gegen seine Parteispitze. Sei das die Migrationsthematik, der Mindestlohn oder die aktuellen Fragen um den Corona-Lockdown. Aber „in der jetzigen Krisensituation hat niemand Verständnis für interne Debatten“, schreibt Doskozil seiner Parteichefin. Damit solle die SPÖ „aus dem medialen Dauerfeuer“ genommen werden. Beim Parteitag am 26. Juni werde er seine Funktion als Vizeparteichef zurücklegen und sich dann nur noch um das Burgenland kümmern. Zum Parteitag werde er bloß als einfacher Delegierter erscheinen.

In dem Brief schildert Burgenlands Landeshauptmann die innerparteilichen Diskussionen, die ihn zu diesem Schritt bewogen haben. Der Lockdown erschwert persönliche Begegnungen, zudem tun die Überhitzung der Sozialen Medien und die andauernde Krisensituation unserer Debattenkultur nicht gut. Er will nicht groß über die Ursachen für die schwierige innerparteiliche Situation reden. So manch einer hat Öl ins Feuer gegossen, gerade in den sozialen Medien sehr untergriffig. Aber er gibt auch Fehler zu: "Auch ich habe in der politischen Leidenschaft wohl das eine oder andere Mal den Bogen überspannt. Dabei ist es mir aber nie um Personalfragen gegangen, die die Medien so interessieren, sondern einzig und alleine um unser inhaltliches Profil".

Er wird beim Parteitag einen Neustart ermöglichen und nicht mehr als stellvertretender Parteivorsitzender kandidieren. Man kann gespannt sein ob sich Pamela Rendi-Wagner beim Parteitag halten kann. "Die müsste auch ihr Amt zur Verfügung stellen, denn sie hat in der letzten Zeit der SPÖ nur geschadet. Sie ist die Weltmeisterin im Liegend Umfallen", berichtete ein SPÖ-Mitglied.