Alternativen zur Corona-Impfung: die Corona-Pille ab Herbst

Der britische Premierminister Boris Johnson lässt parallel zu den Impfungen nun auch Medikamente gegen Corona erforschen. Antiviral wirkende Tabletten sollen den Briten ab Herbst zur Verfügung stehen. Diese funktionieren ähnlich wie Antibiotika gegen Bakterien. Erfolgversprechende Kandidaten gibt es bereits, berichtete "Wochenblick".

Remdesivir wurde gegen Ebola entwickelt und ist wohl das bekannteste unter diesen antiviralen Medikamenten. Es kann aber nicht in Tablettenform verabreicht werden, sondern wird injiziert. Da klinische Studien bisher auch die Wirksamkeit nicht bestätigen konnten, fällt das Medikament wohl aus dem Rennen, denn Johnson will eine Corona-Tablette für die Briten bereitstellen.

Antiviral gegen Corona
n klinischen Tests befindet sich das Grippe-Mittel Molnupiravir, das bei Hamstern schon Erfolge gezeigt hat. Es soll bei Patienten mit leichten Krankheitsverläufen eingesetzt werden. Für schwere Verläufe scheint das Medikament der Firma Merck nicht geeignet zu sein. Tollovir könnte hier zum Einsatz kommen. Die Firma Todos Medical testet das Präparat in Israel und kann offenbar erste Erfolge vorweisen. Es scheint die Schwere des Krankheitsverlaufes signifikant zu mildern. Ein in Japan hergestellter Wirkstoff, Favipiravir, wird ebenfalls in Großbritannien getestet. Das Medikament wurde ursprünglich gegen Grippe entwickelt und wird nun auf seine Wirksamkeit gegen Corona geprüft.
Die gegen HIV entwickelten Wirkstoffe Ritonavir und Iopinavir werden ebenfalls in klinischen Studien getestet. Die Ergebnisse sind derzeit aber noch nicht eindeutig. Die Wirksamkeit ist fraglich. Der US-Pharmakonzern Romark hat hingegen ein ursprünglich gegen Parasiten wirkendes Präparat im Rennen, das den Krankheitsverlauf bedeutend abmildert. Nitazoxanid heißt der Wirkstoff des Präparates mit dem Namen NT-300, das momentan in der klinischen Testphase ist.

Asthmaspray hilft
Budesonid ist ein Arzneistoff gegen Asthma und scheint den Krankheitsverlauf abzukürzen und auch die Heftigkeit der Symptome zu reduzieren. Die derzeit verfügbaren Daten zum Wirkstoff in Spray-Form sollen aber noch nicht ausreichend sein, um eine breite Anwendung zu rechtfertigen.

Forschung an Medikament in Österreich
Das derzeit wohl erfolgversprechendste Medikament hat der Österreicher Josef Penninger für die von ihm gegründete Firma Apeiron Biologics entwickelt. Sein APN01 genannter Wirkstoff wird in Österreich, Deutschland, Dänemark und Russland klinisch getestet und ist nicht nur gut verträglich, sondern verkürzt auch die Dauer der Krankheit. Der Arzneistoff verringert die Virenlast im Körper bedeutend. Die Beatmung bei schweren Verläufen konnte damit verkürzt werden und die Patienten starben seltener.
Es sind also einige Alternativen zur Impfung auf dem Weg und diese sollten bis Herbst, so der Plan von Boris Johnson, ausreichend getestet und bereit für eine breite Anwendung sein.

Quelle: Wochenblick
Foto: vymyfoto