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Kurz und Braun: So eng war ihr Verhältnis!

Dokumente belegen engen Umgang des Wirecard-CEO zu Kanzler Kurz. Sicher ist: sie waren per Du und trafen sich im Rahmen einer vornehmen Dinner-Runde – Monate nach den ersten schweren Vorwürfen gegen den Konzern. Ein Mail des Kanzlers könnte brisant werden: Gab es Vorschläge von Großspender Braun, die Kurz umsetzen wollte? Die Wirecard-Affäre hat Österreich endgültig erreicht.

Etliche Dokumente, die ZackZack vorliegen, lassen an der Distanzierungsstrategie von Kanzler Sebastian Kurz zu ÖVP-Großspender Markus Braun zweifeln. Kurz zu Braun: „Auswahl der Vorschläge rasch umsetzen“. Für 27. März 2019 lädt der ÖVP-nahe Lobbyist Wolfgang Rosam zu einem Dinner „für HBK Sebastian Kurz und Susanne Thier“ in sein Schloss-ähnliches Anwesen in Wien-Hietzing. Mit dabei: der derzeit inhaftierte Wirecard-CEO Markus Braun samt Gattin, sowie vier weitere Konzernchefs mit ihren Frauen. Eine kleine, exklusive Runde für den Bundeskanzler. Rosam sagt dazu, das sei eine sehr private Einladung gewesen. Warum wird der Kanzler dann in seiner offiziellen Funktion (HBK für „Herr Bundeskanzler“, Anm.) gelistet?

Das habe nichts zu bedeuten, so Rosam. Einen Monat später, am 26. April 2019, schreibt Kurz an Braun. „Lieber Markus“ – so lädt Kurz den Wirecard-Boss zu einer Runde des sogenannten ThinkAustria Sounding Boards im Juni ins Kanzleramt nach Wien ein, wie interner Mailverkehr aus der Wirecard AG belegt. Kurz erwähnt ein erstes Treffen des Beratergremiums, das ein halbes Jahr zuvor stattgefunden habe. Man kannte sich also schon vor dem Rosam-Dinner und war spätestens im April 2019 per Du. Im Mail an Braun fügt Kurz hinzu: „Dank Deiner Unterstützung konnten wir in verschiedenen Themenfeldern zahlreiche gute Ideen generieren und erarbeiten“. Eine „Auswahl der Vorschläge“ wolle man „nun konkretisieren, um sie rasch umzusetzen.“

Im Lichte des Ibiza-Ausschusses, der die mutmaßliche Käuflichkeit der Regierung Kurz I beleuchtet, eine brisante Aussage. Die Denkfabrik ThinkAustria stehe im Verdacht, „die Großspender der ÖVP quasi betreut zu haben“, so Jan Krainer, SPÖ-Fraktionsführer im Ausschuss, bei der Befragung von Eva Schütz. Sie war stellvertretende Kabinettschefin bei Ex-Finanzminister Hartwig Löger, wurde unter Türkis-Blau Aufsichtsrätin der ÖBB-Infra. Auffällig sind die Kontakte zwischen Kurz und Braun von Ende März und im April 2019 auch deshalb, weil seit Ende Jänner 2019 massive Vorwürfe der englischen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ („FT“) gegenüber Wirecard im Raum stehen.

Es geht um den Verdacht von Scheingeschäften und Manipulationen, insbesondere in der Asien-Zentrale in Singapur. Der Konzern weist diese Vorwürfe zunächst pauschal zurück. Aufgrund der Berichte fällt der Wirecard-Aktienkurs dramatisch, es beginnt eine PR-Kampagne gegen die aufdeckenden „FT“-Journalisten. Der Deutsche Bank-Aufsichtsrat und ebenfalls ÖVP-Großspender, Alexander Schütz, schreibt am 17. Februar 2019 an seinen Freund Braun: „Macht diese Zeitung fertig !! :-)“ Wie eng auch der Umgang war, den Braun mit einem befreundeten ÖVP-Großspender, Amtsträgern und Wiener Wirtschaftsmagnaten pflegte, lesen sie bald auf ZackZack. Quelle: ZackZack, https://www.vymy.at/