Afrika -Wie alles begann 2

Btxt: Betanken der Fähre

Als wir in Accra landeten wartete schon Buggi, der Spitalsfahrer auf uns und wir bestiegen einen VW-Pickart, der Walter dem Spitalsleiter aus Österreich gehörte.

Nun ging es auf desolaten Straßen, auf denen wir zahlreiche Unfälle sahen, vorbei an der Stadt Ho zur Fähre über den Stausee.
Unseres war das einzige Auto auf der Fähre, deren Passagierbereiche in zwei Klassen aufgeteilt waren. In der ersten Klasse, in der auch wir waren, war viel Platz und bequeme Sitze. Die weite Klasse nahm nur einen Kleinen Teil des Schiffes ein und die Passagiere mussten dichtgedrängt auf Holzbänken die Überfahrt bewältigen. Die Fahrt mit der Fähre war nicht ungefährlich, denn über den ganzen See verstreut sahen Baumwipfeln aus dem Wasser. Teilweise waren sie unter der Wasseroberfläche abgeschnitten. Die Einheimischen fuhren mit ihren kleinen Kanus hinaus und sammelten so Brennholz. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, war immer ein Matrose am Bug und dirigierte so den Steuermann über das Wasser. Als die Engländer den Staudamm in Betrieb nahmen und fluteten nahmen sie keine Rücksicht auf Wald und Tiere.
Ich war gerade auf der Brücke beim Käpt´n um eine zu rauchen, denn das war der einige Platz auf der Fähre wo das erlaubt war. Ich sah auf den Pickup herunter und bildete mir ein Rauch unter dem Fahrzeug hervor steigen zu sehen. Doch dann wurde ich abgelenkt, und vergaß was ich sah. Aber nur kurz, denn dann wurde es in der zweiten Klasse laut und die Leute schrien durcheinander und auch dort sah ich Rauch. Die Beschäftigten wurden sichtlich nervös und verschwanden im Inneren des Schiffes. Der Motor war kaputt, und wir trieben ungelenkt durch die Fluten. Ein Matrose sprang ins Wasser und befestigte mit einem nachgeworfenen Seil das Schiff an einem der aus dem Wasser ragenden Baumwipfeln. Ich sah mich schon nach einem Rettungsring um, doch es gab nur zwei.
Nun erfuhren wir, das eine Zylinderkopfdichtung Feuer gefangen hatte, aber der Glimmbrand schnell gelöscht werden konnte. Nun werde man eine neue Dichtung einsetzen, hieß es.
Und wirklich nach zwei Stunden war es soweit – wir konnten die Fahrt fortsetzen. Aber es wurde wieder gefährlich, den es dunkelte schon und in der Finsternis ist es noch gefährlicher zwischen den Baumwipfeln durchzufahren. Aber der herrliche Sonnenuntergang auf dem Wasser entschädigte uns für die lange Wartezeit.